Baker-Zyste (Poplitealzyste)
Orthopädie – Knie
1. Woher kommt der Name?
Die Baker-Zyste ist nach dem englischen Chirurgen William Morrant Baker (1839–1896) benannt. Die zweite Bezeichnung „Poplitealzyste“ bedeutet schlicht „Zyste in der Kniekehle“. Eine Zyste ist ein mit Flüssigkeit gefüllter, abgeschlossener Hohlraum.
2. Was ist das?
Eine Baker-Zyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Schwellung in der Kniekehle. Sie entsteht, wenn sich die Kapsel des Kniegelenks nach hinten ausstülpt – und zwar zwischen der Sehne eines Muskels an der Rückseite des Oberschenkels und dem inneren Kopf des Wadenmuskels. Meist ist die Zyste die Folge einer Erkrankung im Kniegelenk selbst: Gelenkverschleiß (Arthrose), ein Schaden am Meniskus (der halbmondförmigen Knorpelscheibe im Knie) oder Rheuma.
2.1 Wie häufig ist das?
Häufig bei Menschen über 50 Jahren mit Verschleiß des Kniegelenks (bis zu 30 % von ihnen). Bei Kindern kann eine Baker-Zyste auch ohne zugrunde liegende Erkrankung auftreten.
2.2 Ursache und Entstehung
Im Kniegelenk bildet sich zu viel Flüssigkeit (Gelenkerguss). Über eine Verbindung fließt sie in einen Schleimbeutel in der Kniekehle. Diese Verbindung wirkt wie ein Ventil: Die Flüssigkeit kommt hinein, aber nicht mehr zurück. So füllt sich der Schleimbeutel über lange Zeit immer wieder neu.
3. Beschwerden
- Schwellung in der Kniekehle, Spannungsgefühl
- Schmerzen bei Belastung und in der tiefen Hocke
- Reißt die Zyste ein: plötzlicher Schmerz und Schwellung in der Wade – das kann leicht mit einer Thrombose (Blutgerinnsel in einer Beinvene) verwechselt werden („Scheinthrombose“)
- Selten drückt die Zyste auf Nerven und Blutgefäße in der Kniekehle
3.1 Bilder
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4. Untersuchung
Abtasten der Kniekehle und Ultraschalluntersuchung.
4.1 Untersuchung mit Bildern
Ultraschalluntersuchung: Die Zyste zeigt sich als dunkler, mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum; der Stiel, der sie mit dem Kniegelenk verbindet, wird festgehalten. Kernspin-Untersuchung: zeigt das gesamte Innere des Kniegelenks, um die Ursache der Zyste zu finden.
4.2 Blutuntersuchungen
Besteht der Verdacht, dass die Zyste eingerissen ist, wird im Blut ein Gerinnungswert (die sogenannten D-Dimere) bestimmt. Zusätzlich werden die Beinvenen mit Ultraschall und Darstellung des Blutflusses untersucht, um eine Thrombose auszuschließen.
5. Behandlung
Ohne Operation
- Behandlung der Grundursache (Gelenkverschleiß, Meniskusschaden, rheumatische Erkrankung)
- Bei Beschwerden: Absaugen der Flüssigkeit mit einer Nadel unter Ultraschallkontrolle und Einspritzen von Kortison
- Entzündungshemmende Schmerzmittel, Krankengymnastik
Operation (selten)
- Gelenkspiegelung: Behandlung der Ursache im Gelenk und Eröffnung der Zystenwand
- Offene Entfernung der Zyste, wenn sie immer wieder zurückkommt
5.1 Was die Krankenkasse bezahlt
Das Absaugen der Zyste und die Behandlung bezahlt die gesetzliche Krankenkasse.
6. Wie geht es weiter?
Der Verlauf hängt von der Ursache ab. Bleibt die Erkrankung im Kniegelenk bestehen, kommt die Zyste häufig zurück. Ein Einriss der Zyste lässt sich meist ohne Operation behandeln.
7. Leitlinien
- Suche in AWMF-Register · Baker-Zyste
→ AWMF-Registersuche öffnen
8. Literatur
- Handy JR. Popliteal cysts in adults: a review. Semin Arthritis Rheum. 2001;31(2):108-118.
- Frush TJ, Noyes FR. Baker's Cyst: Diagnostic and Surgical Considerations. Sports Health. 2015;7(4):359-365.
- Di Sante L, Paoloni M, Dimaggio M, et al. Ultrasound-guided aspiration and corticosteroid injection compared to horizontal therapy for treatment of knee osteoarthritis complicated with Baker's cyst. Eur J Phys Rehabil Med. 2012;48(4):561-567.
- Wikipedia, Artikel „Baker-Zyste“: Baker-Zyste (allgemeinverständliche Übersicht, abgerufen Oktober 2026)
Weiterführend
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